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Künstler / Produktion

Revolution in Baiern von und mit Michael Lerchenberg

Michael Lerchenberg zum 100jährigen der bayerischen Revolution 1918/19
Literatenputsch, Scheinräterepublik, Wintermärchen, Schwabinger Revolution, Träumer, Freistaat Bayern, Strizzirepublik, Regierung von Jehovas Zorn, Sovietbaiern, Politischer Fasching, Komische Oper oder Gaudirepublik
Das kann man alles lesen über die bayrische Revolution vom 8. November 1918 und die daran sich replicas de relojes anschließenden 6 Monate einer turbulenten politischen Entwicklung, die ohne Gleichen ist in der deutschen Geschichte.
Und es war nicht nur eine Münchner Räterepublik, deren Hauptdarsteller von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit träumten. In allen Industriestädten Bayerns hatten die Menschen, und hier vor allem die Frauen und Mütter, genug vom Krieg und wollten eine Änderung des alten Systems. Doch das alte System in Gestalt der reaktionären Freikorps schlägt brutal zurück und beendet den kurzen Traum, diesen Rausch vom kleinen Glück, den über tausend Menschen mit ihrem Leben bezahlen.
Michael Lerchenberg lässt vor allem Zeitzeugen zu Wort kommen, die mitten drin waren - als Täter, als Opfer oder Beobachter. Ernst Toller, Thomas Mann, Oscar Maria Graf, Victor Klemperer, Felix Fechenbach, Kurt Eisner oder Erich Wollenberg, den Stabsadjudanten der „Bairischen Roten Armee“ in der „Schlacht von Dachau“. Aber es gibt auch die Anderen, die Vergessenen und die Unbekannten, die uns ein lebendiges Bild hinterlassen aus dieser wilden Zeit.
Begleitet wird Michael Lerchenberg von der „Revolutionskapelle“. Sie vervollständigt den Abend mit schmissigen Märschen und frechen Liedern für und wider die Revolution u.a. mit Texten von Erich Mühsam oder dem legendären Weiß Ferdl.
Abb. © picture-alliance/dpa/Mary Evans Picture Library

Michael Lerchenberg » Konzeption, Texte, Regie, Sprache

& Die Revolutionskapelle
Simone Lautenschlager » Klarinette
Ferdinand Schramm » Trompete
Martin Holzapfel » Tuba
Sabrina Walter » Harfe
siehe auch
» Michael Lerchenberg
» Karl Valentin - Abgründe eines Komikers. Michael Lerchenberg porträtiert Karl Valentin
» Jozef Filsers Briefwexel - Michael Lerchenberg liest Ludwig Thoma
» Pfarrer, Pfaffen und Pastoren. Von Scheinheiligen und Heiligen - Michael Lerchenberg liest Ludwig Thoma.
» Ludwig Thoma - ein schwieriger Bayer, Michael Lerchenberg porträtiert Ludwig Thoma

Pressetexte
» Revolution in Baiern Michael Lerchenberg zum 100jährigen Jubiläum der bayerischen Revolution 1918/19
Pressefotos
» Michael Lerchenberg Hochformat
» Michael Lerchenberg Querformat

Pressestimmen

24.02.2019, Donaukurier

"Eine hochinteressante, teils auch amüsante Geschichtsstunde der Extraklasse!"

ahl

30.11.2018, Passauer Neue Presse

"... dass das nicht langweilig wurde, lag vor allem am sprachlichen Talent Lerchenbergs. Durch seine Lesart vermag er ein Schauspiel vor dem geistigen Auge seiner Zuhörer zu erzeugen, ohne dass er sich von seinem hölzernen, antiquierten Schreibtisch fortbewegte."

Andreas Meyer

20.11.2018, Donaukurier

"Es entsteht ein Panoramabild aus vielen Einzelsplittern, das vom Königshaus, wo man sich hauptsächlich Sorgen um die Unterhosen Ludwigs III. macht, und lapidar Telefonanrufe registriert, "es wäre jetzt Revolution", bis zum erschütternden Schlusswort Eugen Levinés im Hochverratsprozess reicht: "Wir Kommunisten sind alle Tote auf Urlaub. "
Mit wandelbarer Stimme gelingt es Lerchenberg, sein großes Personarium unterschiedlich zu gestalten. Prächtig trifft er etwa den gewollt einfachen
Tonfall Oskar Maria Grafs, sein Thomas Mann, der sich sarkastisch über die regierenden "Polit-Dilettanten" auslässt, klingt dagegen mehr wie ein
Hamburger Marineoffizier."

Florian Erdle

01.11.2018, Pegnitz Zeitung

"Der Abend ist lehrreich und spannend .... Michael Lerchenberg zeichnet die turbulenten Monate der bayerischen Geschichte im Dehnberger Hof Theater als sensibles Panorama einer von Hoffnungen, Träumen und Verzweiflung geprägten Zeit. Eine dichte Geschichtsstunde, aufgelockert von Musik, die feinfühlig auch die Gründe für das Scheitern der Revolutionäre nachvollzieht."

Isabel Krieger

15.10.2018, SZ

„Träume und Gräuel“

„Sowjet-Bayern? Rote Garden? Was klingt wie die Vision eines Betonkopfes der untergegangenen UdSSr oder DDR war vor genau einhundert Jahren Realität im weißblauen Kosmos: es war ’Revolution in Bayern’. ... Michael Lerchenberg ... erinnert damit an die Träume und Gräuel der Revolutuion von 1918/19. ... Ein Jahr habe er in die Vorbereitungen gesteckt, habe mit der umwerfenden ’Revolutionskapelle’ die Songs entwickelt und habe auch Biografisches verarbeitet. .... Meine Großeltern waren Augenzeugen, sagte Lerchenberg. Sie finden in diesem kunstvoll, leidenschaftlich und kenntnisreich gesponnenen Gewebe von Geschichten, die Geschichte erst lebendig machen, ebenso ihren Platz wie die Stimmen von Künstlern, Literaten, bekannten und unbekannten Frauen, Anarchisten, Reformern, Revolutionären und aufrechten Kolpingburschen, widerlichen Freikorps-Anführern, Wegbereitern des Nationalsozialsimus oder bekenndenden Antisemiten. ...
Folgt man Lerchenberg und der Revolutionskapelle ... läuft es einem immer wieder kalt den Rücken herunter. Thomas Manns judenfeindliche Ausbrüche, Erich Mühsams ’Rätemarseillaise’ oder seine minutiöse Schilderung des Endes der Monarchie graben sich ins Hirn ein. ...
Lerchenberg, in Dachau geboren, lässt Zeitzeugen lebendig werden, lässt die namenlosen Frauen zu Wort kommen, die endlich Frieden wollen. Die Ereignisse überschlagen sich. Die Hoffnung auf Frieden ist vergeblich. Lerchenberg und die Revolutionskapelle schonen ihr Publikum nicht ... .

Dorothea Friedrich