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Künstler / Produktion

Hirngespinste - Gerd Anthoff liest J. Bernlef

Musik: Martin Kälberer

Anthoffs Lesung präsentiert einen im Zeichen des demographischen Wandels höchst aktuellen Text des niederländischen Autors J. Bernlef. Ein fiktiver Bericht aus der inneren Erfahrungswelt eines Alzheimer-Kranken.
Anthoff gibt dem Patienten Maarten Klein nicht nur seine facettenreiche Stimme. Auch mit seiner Gestik drückt er die Verzweiflung der Figur aus, wenn der alte Mann zunehmend zerstreuter wird und laut vor sich hinzureden beginnt. In seinem Roman "Bis es wieder hell ist", auf dem die Lesung basiert, schildert J.Bernleff berührend den schleichenden Prozess des geistigen und körperlichen Verfalls, in dem jeder Tag zum Abenteuer wird.
Musikalisch begleitet und dramatisiert wird die Lesung von Martin Kälberer mit Eigenkompositionen am Klavier.
Gerd Anthoff wurde einem breiten Publikum vor allem durch seine Rolle als der zwielichtige Bauunternehmer Toni Rambold in der inzwischen klassischen Sat1-Serie „Der Bulle von Tölz“ bekannt. Aktuell spielt er in der ZDF-Reihe „Unter Verdacht“ an der Seite von Senta Berger den charmant durchtriebenen Kommissariatsleiter Dr.Claus Reiter. Für diese Rolle erhielt er 2003 den Adolf-Grimme-Preis. Darüber hinaus wirkte er in erfolgreichen BR-Fernsehserien wie „Löwengrube“, „Hausmeister“, „Cafe Meineid“ oder „Kaiser von Schexing“. Bis 2011 war er Ensemblemitglied am Bayerischen Staatsschauspiel.
Martin Kälberer ist seit über 10 Jahren als kongenialer Begleiter von Werner Schmidbauer (u.a. „Aufgspuit“ im BR-Fernsehen) und außerdem als gefragter Multiinstrumentalist in vielen anderen Projekten unterwegs.
Der Autor J. Bernlef (1937 - 2012) war einer der bekanntesten Schriftsteller der Niederlande. Er arbeitete als Buchhändler, Redakteur und Übersetzer, schrieb zahlreiche Gedichtbände, Romane, Theaterstücke und zwei Bücher über Jazz.

"Bis es wieder hell ist" von J.Bernleff ist erschienen bei Nagel & Kimche im Carl Hanser Verlag München 2007. Übersetzung: Maria Csollany

Besetzung
Gerd Anthoff » Sprache
Martin Kälberer » Piano
siehe auch
» Gerd Anthoff
» Damals an Weihnachten ... - Gerd Anthoff
» Perlen aus dem Schmonzetten-Meer. Gerd Anthoff liest Ludwig Ganghofer

Pressetexte
» Hirngespinste - Gerd Anthoff liest J. Bernlef Musik: Martin Kälberer
Pressefotos
» Gerd Anthoff, Hirngespinste 1
» Gerd Anthoff, Hirngespinste 2
» Gerd Anthoff, Hirngespinste 3
» Gerd Anthoff, Hirngespinste 4

Pressestimmen

25.09.2017, Lindauer Zeitung

"Einen anderen Ansatz für das Thema Alzheimer hat sich die Sozialstation Lindau dieses Mal für den Weltalzheimertag vorgenommen. Mit der Lesung "Hirngespinste" ist ihr das bestens gelungen. ...so wird der Abend für die Zuhörer im vollbesetzten Gewölbesaal des Heilig-Geist-Spitals zu einem höchst intensiven Erlebnis".

Maria Luise Stübner

16.10.2016, SZ Wolfratshausen

"Mit Bernlefs Schilderungen zwingt Anthoff das Publikum zu ernsthafter Auseinandersetzung und zum Nachdenken. Und doch endet der Abend mit viel Applaus. Und das ist auch im Sinn des Schauspielers. Denn wann immer er die Lesung mit Kälberer anbiete, spüre er oft viel Reserviertheit, sagt Anthoff. Für ihn aber sei der Roman fiktiv und solle auch unterhalten."

Benjamin Engel

30.09.2013, Münchner Merkur

„...Begleitet von Martin Kälberer am Klavier entwickelt Anthoff seine Lesung zu einem fesselnden, dramatischen Erlebnis. Angespannt wartet der Zuhörer auf den Fortgang der Geschichte, der er dank Schauspieler Gerd Anthoff nicht nur lauschen, sondern die er auch nachempfinden kann. Stille, Verzweiflung, Wut, Ratlosigkeit - all das liegt in Anthoffs Stimme, die anfangs noch recht flüssig, später jedoch - für die Krankheit typisch - schroff und gebrochen klingt. Mit hektischen Handbewegungen versucht er, den wirren Gedanken zu folgen, wütend ballt er die Faust, traurig und schwach folgt er den Hirngespinsten, gibt sich dem Schicksal resignierend hin, um dann wieder aufzubegehren und verzweifelt um sich zu schlagen. Eine außergewöhnliche Lesung, die bewegt und nachdenklich stimmt, ja manchmal sogar ängstigt, vor allem aber tief berührt.“

17.10.2011, Süddeutsche Zeitung

„...Der Schauspieler Gerd Anthoff gibt Maarten Klein eine Stimme. Die rund 100 Zuhörer genießen seine Art vorzulesen, manche schließen die Augen. Der 65-Jährige liest nicht nur, er spielt. Seine facettenreiche Stimme und seine Gestik drücken die Verzweiflung der Figur aus, wenn der alte Mann selbst nicht versteht, was mit ihm passiert. Wenn die Verzweiflung in Wut umschlägt, wird Anthoff laut, ballt die rechte Hand zur Faust. Je weiter der Verfall des Maarten Klein voranschreitet, desto abgehackter klingen auch die Worte des Schauspielers. ...
Musikalisch begleitet wird die Lesung von Martin Kälberer am Klavier. ... Das Spiel gibt den Zuhörern die Möglichkeit, sich das eben Gehörte, das erschreckend ist, noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen. Manche nehmen sich auch eine kurze Pause, um sich auf das ausgezeichnete Spiel des Pianisten zu konzentrieren. ...“

Anna Schultes