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Künstler / Produktion

Perlen aus dem Schmonzetten-Meer. Gerd Anthoff liest Ludwig Ganghofer

Unbekannte Fundstücke fischt der bekannte Film-, Fernseh- und Theaterschauspieler Gert Anthoff in seiner Lesung aus dem Werk des Bestseller-Autors Ludwig Ganghofer. Musik: Lothar Lägel.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt: „...er hat Perlen gefunden, seltsam geformte, schillernde, berührende.... Sie versöhnen mit dem „Heile-Welt-Autor“ und kritiklosen Patrioten; wenigstens, wenn ein Schauspieler wie Gerd Anthoff ihm seine Stimme gibt .“
Anthoff nennt Ganghofer eine „bayerische Sphinx“, weil Leben und Werk des Schriftstellers höchst unterschiedliche Facetten haben. Einerseits ein erfolgreicher Schriftsteller, der die Betrachtung der Natur als literarischen Gegenstand entdeckte, ein Förderer des künstlerischen Nachwuchses, ein begehrter Gesellschafter in Künstlerkreisen. Andererseits ein Mann mit scheinbar mangelndem politischen Instinkt, Kriegsberichterstatter, der Schöpfer des Bayernklischees, ein Meister der Lebensinszenierung zwischen ländlicher Bodenständigkeit und städtischem Salonvergnügen.
In seiner Lesung ergründet Anthoff die gespaltene Persönlichkeit Ganghofers. Er liest u. a. „Lebenslauf eines Optimisten“, aus Karl Kraus „Die letzten Tage der Menschheit“, aus den Kriegsberichten Ganghofers sowie die Moritat um einen Dackel: „Herzmansky, der Getreue“.
Nachdem Ludwig Ganghofer selbst begeisterter Zitherspieler war, begleitet Lothar Lägel die Lesung mit Zithermusik, die den Text kongenial aufgreift, forterzählt oder auch konterkariert. Lägel ist in vielen musikalischen Genres zuhause. Abstecher in die Kleinkunst oder Konzerte mit Volksmusik sind für ihn genauso selbstverständlich wie klassische Musik aller Stilrichtungen. Zwischen 1979 und 1983 war er mehrfach Preisträger beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert".
Ganghofer war wohl der bayerische Erfolgsschriftsteller des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Bis heute ist er vor allem durch seine Romane („Der Jäger von Fall“, „Schloss Hubertus“, „Waldrausch“) bekannt, die vielfach in der bayerischen Alpenwelt angesiedelt sind und in effektvoller Weise die Schicksale und Erlebnisse meist einfacher Menschen beschreiben.


Besetzung
Gerd Anthoff » Sprache
Lothar Lägel » Zither
siehe auch
» Gerd Anthoff
» Anthoff liest ... Geschichten zur Winterzeit
» Hirngespinste - Gerd Anthoff liest J. Bernlef
» Damals an Weihnachten ... - Gerd Anthoff

Pressetexte
» Perlen aus dem Schmonzetten-Meer - Gerd Anthoff liest Ludwig Ganghofer Musik: Lothar Lägel
Pressefotos
» Gerd Anthoff, Ganghofer 3, Hochformat
» Gerd Anthoff, Ganghofer 4
» Gerd Anthoff, Perlen ... Plakat

Pressestimmen

07.05.2016, Passauer Neue Presse

"... Perlen ...- Anthoff hat sie entdeckt und alle eingepackt mit seiner sonoren Stimme wie in Geschenkpapier: schöne Worte, gespickt mit Witz, mit Ernst, nicht ohne Empathie, Esprit-getränkt. Perlen, poetische, prosaische Einzelstücke, aber auch schillernd in ihrer dramatischen Abfolge. ... Es dominiert die Schilderung der Natur, des Lebens "ehrlicher, einfacher" Menschen. Und da siegt meist weder die Liebe noch der Tod. Schon eher wird geheiratet .... Den Hochzeitsmarsch spielte dazu Begleitmusiker Lothar Lägel. Ganghofer, einst auch Zitherspieler - aber niemals Lägels Klasse - wusste um die Macht der Töne. Um die Macht der Worte weiß um so mehr Gerd Anthoff. Eigentlich liest er gar nicht. Er spielt Theater, wütet, trauert, malt mit Lauten, singt mit Lothar Lägel einen "Almenrausch, der manchem das Wasser in die Augen treibt."

Marita Pletter

14.11.2014, Donau-Anzeiger

"Nicht nur eine absolute Perle der Vortragskunst, sondern auch eine sprachgewaltige, tiefsinnige Darstellung einer berührenden Beziehungskiste (Ganghofers Erzählung "Die Zitherspieler"). Zudem wurde der Eindruck noch verstärkt als Lothar Lägel seine Zither erklingen ließ, die Geschichte musikalisch fast weitererzählte und damit die im Stück beschriebene Macht der Töne unter Beweis stellte. ...es gelang diesen beiden Künstlern, das Publikum mit dem "Heile-Welt-Autor" und kritiklosen Patrioten Ganghofer zu versöhnen."

KB

27.02.2013, Süddeutsche Zeitung

„...Und genauso mutig wie Ganghofers Dackel-Angriff ist Anthoffs gesamter Abend. Er traut sich, eine Lesung zu gestalten, die ihren Autor weder demontiert noch feiert, sondern schlicht in seiner Ambivalenz vorstellt. ...“

Nadia Pantel

16.06.2012, OVB, Rosenheim

„...Kitsch, der heute kaum noch zu ertragen ist? Mitnichten, wenn ein Charakterschauspieler wie Gerd Anthoff aus Ganghofers Werken liest. Wobei lesen die Tätigkeit nicht richtig charakterisiert, wie Anthoffs Auftritt in der Reihe ’Kultur im Rathaus’ Stephanskirchen zeigte. Denn der Grimme-Preisträger, bekannt geworden auch als Unternehmer Rambold aus dem ’Bullen von Tölz’, als Kämmerer aus dem ’Kaiser von Schexing’ und an der Seite von Senta Berger im Krimi ’Unter Verdacht’, spielt Ganghofer. Er schlüpft in die Rollen der kleinen Leute, die der bayerische Erfolgsschriftsteller in den Mittelpunkt seiner Geschichte stellt, und verschont auch den Autor, der weltweit bis heute 34 Millionen Bücher verkauft hat, nicht. Denn Anthoff ist ein bekennender Ganghofer-Fan und Kritiker zugleich. ...
Anthoff gelingt der Spagat: einen großen Schriftsteller zu würdigen, der ein Kleingeist war - eine gespaltene Persönlichkeit, eine ’bayerische Sphinx’. ...“